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Stuttgart 21 "Areal:

ECE-Vorhaben weder verträglich noch tragfähig

Zu diesem unmissverständlichen Schluss kommt eine von der CIS Stuttgart in Auftrag gegebene Kurzexpertise der Prognos AG. Die Untersuchung bestätigt auf eindrucksvolle Weise die im Vorfeld mehrfach geäußerten Befürchtungen des Einzelhandelsverbandes und der CIS, wonach das Vorhaben mit den geplanten 47.500 qm Verkaufsfläche nicht nur negative Auswirkungen für die City, die Stadtteile und das Umland zeitigt, sondern insbesondere auch, dass es sich bei dem Standort um eine nicht integrierte Lage handelt. Durch die Entfernung von rund 1.900 m bis zur S-Bahn Stadtmitte, die Barriere durch den Hauptbahnhof und der LBBW ist auch aus Sicht der Prognos AG nicht mit einem Zusammenwachsen der City auszugehen, so dass sich eine Konkurrenzsituation zwischen der City und dem geplanten Center herausbilden würde.

Prognos verweist unter anderem darauf, dass es in Stuttgart im Zeitraum 1993 bis 2007 bereits zu einer Zunahme der Verkaufsfläche um 42% bzw. 250.750 qm kam, der nominale Umsatz hingegen im gleichen Zeitraum um 35% stieg. Mit durchschnittlich 1,47 m² Verkaufsfläche pro Einwohner besitzt die Landeshauptstadt somit neben Frankfurt die höchste Verkaufsflächendichte und liegt noch vor weitaus größeren Städten wie Hamburg, München und Berlin.

Die Annnahmen und Erwartungen der Stadt Stuttgart zur Kaufkraftentwicklung bis zum Jahre 2020 wird von Prognos als unrealistisch bezeichnet. Würden die bereits geplanten zusätzlichen Verkaufsflächen von max. 209.000 m² (incl. ECE-Center) realisiert werden, würde ein Angebotsüberhang entstehen und damit auf dem Markt bereits zeitnah in den nächsten Jahren Verkaufsflächen angeboten, die den langfristig bis 2020 zu erwartenden Bedarf überträfen. In Folge eines solch signifikanten Flächenüberangebotes wäre mit einem spürbaren Verdrängungswettbewerb zu rechnen, der insbesondere den kleinteiligen Einzelhandel beträfe. Dabei kommt die Studie zu der Erkenntnis, dass durch die Lage des ECE-Einkaufscenters nordöstlich der City es besonders in den Stadtbezirken Mitte, Bad Cannstatt und Feuerbach zu einem spürbaren Wettbewerbsdruck kommen würde. Entsprechend der geschätzten Umsatzeffekte wäre mit einem Umsatzrückgang in den Stadtbezirken zwischen 5,7% (Mitte) und 7,4% (Bad Cannstatt) zu rechnen. In nicht 1A-Lagen könnte dieser sogar bei 10% liegen.

Der Einzelhandelsverband richtet erneut einen dringenden Appell an die Verantwortlichen und die politischen Entscheidungsträger der Stadt Stuttgart, sich mit den Bedenken und Erkenntnissen sehr ernsthaft auseinanderzusetzen und den Einzelhandelsstandort Stuttgart nicht durch voreiliges Handeln in seiner jetzigen Qualität und Attraktivität zu gefährden.

EHV-Mitglieder können die Studie hier einsehen.

 

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