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Strategien für mehr Energieeffizienz

"Energieeffizienz und Energieeinsparung sind positiv für die Kostensituation beim Handel und für die Entwicklung beim Klimaschutz", erklärte Umweltministerin Tanja Gönner heute (21. Oktober 2009) beim Energiegipfel des Handels in Stuttgart. Der Handel habe traditionell einen sehr hohen Energiebedarf für die Kühlung der Le-bensmittel, für die Beleuchtung der Verkaufsräume und Schaufenster und für die Kli-matisierung der Verkaufsflächen. Im Lebensmitteleinzelhandel beispielsweise belau-fen sich die Energiekosten auf ein bis zwei Prozent des Umsatzes. "Bei derzeit schwieriger Umsatzentwicklung kann die Strategie des Handels darin bestehen, Kos-ten im Energiebereich einzusparen, mindestens aber deutlich zu senken. Energie ef-fizient und effektiv einzusetzen ist schon aus wirtschaftlichen Gründen zwingend, da für höhere Preise kein Spielraum besteht", erklärte der Präsident des Einzelhandels-verbandes Horst Lenk.

Circa 13 Prozent des Strombedarfs werden im Südwesten aus erneuerbaren Ener-gien gedeckt. Schon in zehn Jahren solle ihr Anteil um ein weiteres Drittel auf dann 20 Prozent wachsen, so Umweltministerin Gönner. Um dieses Ziel zu erreichen, bie-ten sich auch die großen Dachflächen der Einzelhandelsgebäude an. "Das Potenzial wirtschaftlich nutzbarer Dachflächen ist noch lange nicht ausgenutzt", so die Ministe-rin. Allein die nach Süden ausgerichteten und technisch geeigneten Dachflächen würden ausreichen, um etwa 28 Prozent der gesamten Stromerzeugung durch Pho-tovoltaikanlagen zu decken. Heute seien erst auf gut einem Prozent der Dachflächen Photovoltaikanlagen installiert. "Dachflächen zu Werbeflächen des Klimaschutzes machen", forderte die Ministerin.

Durch ein optimiertes Energiemanagement könnten die laufenden und in den ver-gangenen Jahren überdurchschnittlich gestiegenen Energiekosten gesenkt wie auch der Ausstoß von Treibhausgasen vermindert werden. "Es freut mich deshalb sehr, dass der Einzelhandel seine Mitgliedsunternehmen beim Thema Energiesparen un-terstützt. Die angebotene "Kurzanalyse Energie", die Beratung beim betrieblichen Energiemanagement sind Schritte in die richtige Richtung", so Gönner .

Von großer Bedeutung für den Handel ist nicht nur die energetische Optimierung von Gebäuden und Anlagen. "Wichtig für die Kunden sind nachhaltige Produkte, denn bei innovativen und energieeffizienten Produkten besteht auch ein großes Marktpotenzial", erklärte die Ministerin. Dies sieht Präsident Horst Lenk genauso: "Unsere Kunden haben mittlerweile sehr hohe Erwartungen an Produkte und Dienst-leistung, aber auch Aspekte wie Nachhaltigkeit, Energieverbrauch oder Regionalität halten Einzug in die Geschäftsstrategien. Hier muss sich der Einzelhandel der Er-wartungshaltung seiner Kunden stellen. Nur wer dies tut, wird seine Glaubwürdigkeit in der Öffentlichkeit und damit seine Marktposition bewahren."

Eine umweltverträgliche Energieversorgung stelle in Anbetracht des Klimawandels eine gewaltige Herausforderung dar, erklärte die Umweltministerin. Der Südwesten Deutschlands gehöre zu den am meisten vom Klimawandel betroffenen Regionen. In den letzten 50 Jahren sei ein Temperaturanstieg von durchschnittlich 1,5 Grad fest-zustellen gewesen, die Starkniederschläge hätten zu und die Frosttage abgenom-men. Die Klimaprojektionen bis zum Jahr 2050 würden zeigen, dass es zu verschärf-ten Niedrigwasserereignissen in den Flüssen komme und gleichzeitig die Wahr-scheinlichkeit von hohen Wassertemperaturen zunehme. "Die Stromkraftwerke an den Flüssen sind von dieser Entwicklung besonders betroffen und deshalb muss ins-besondere die klimafreundliche Stromerzeugung vorangetrieben werden", so Gönner.

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