Pressemitteilung
Die nächste Meldung zum GfK-Konsumklima
erscheint am 24. Juni 2008
27. Mai 2008
Inflationsängste trüben die Konsumstimmung
Ergebnisse der GfK-Konsumklimastudie für Mai 2008
Nürnberg, 27. Mai 2008 " Die zunehmende Inflation hat die Stimmung
der Verbraucher im Mai dieses Jahres eingetrübt. Die Konjunktur-,
die Einkommenserwartung aber auch die Anschaffungsneigung
mussten deutliche Einbußen hinnehmen. Folglich prognostiziert
das Konsumklima für Juni einen Wert von 4,9 Punkten nach
revidiert 5,6 im Mai.
Ständig neue Rekordstände an den Zapfsäulen sowie weitere drohende Preiserhöhungen
lassen die deutschen Verbraucher zunehmend um ihre Kaufkraft
fürchten. Dies hat dazu geführt, dass die Einkommensaussichten nicht mehr
so positiv wie noch im Vormonat beurteilt werden. Steigende Preiserwartungen
sorgen zudem dafür, dass die Anschaffungsneigung im Mai deutlich sinkt.
Die Sorgen um die Preisstabilität sowie die durch die Finanzmarktkrise und die
schwächelnde US-Wirtschaft resultierende Unsicherheit, schüren momentan
auch die Konjunkturängste der Bundesbürger. Damit hat sich der Gegenwind
für die Konsumkonjunktur im Frühjahr etwas verschärft.
Konjunkturerwartung: skeptische Verbraucher
Die deutlichen Zugewinne der Konjunkturerwartung im letzten Monat konnten
im Mai dieses Jahres nicht bestätigt werden. Der Indikator verlor knapp
10 Zähler und liegt aktuell bei 13,4 Punkten.
Trotz des überraschend guten Abschneidens der deutschen Wirtschaft im
ersten Quartal dieses Jahres sehen die deutschen Verbraucher die weitere
Entwicklung der Konjunktur verhalten. Es scheint sich zunehmend abzuzeichnen,
dass die Finanzmarktkrise bei weitem noch nicht ausgestanden ist.
Auch die Signale von der US-Wirtschaft sind derzeit nicht sehr ermutigend.
Die Bundesbürger gehen daher offensichtlich davon aus, dass sich die im
ersten Quartal 2008 herausragende Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts
(BIP) nicht fortsetzen kann und folglich mit einer Abkühlung der Konjunktur
gerechnet werden muss. Ein anhaltend starker Euro sowie hohe Inflationsraten
verstärken diesen Eindruck.
Dadurch treten konjunkturell positive Entwicklungen, wie die gute Lage auf
dem Arbeitsmarkt, derzeit wieder mehr in den Hintergrund. Die positive Ent-
wicklung des BIP im ersten Quartal 2008 " wenn sie auch durch Sondereffekte
wie den milden Winter etwas überzeichnet ist " belegt jedoch, dass sich
die deutsche Wirtschaft nach wie vor in einer robusten Verfassung befindet
und eine Rezession in Deutschland nicht wahrscheinlich erscheint.
Einkommenserwartung: von steigenden Preisen und hohen Energiepreisen
überschattet
Nach drei Monaten mit Zuwächsen musste die Einkommenserwartung im Mai
wieder spürbare Verluste hinnehmen. Der Indikator büßte 14,8 Zähler ein
und weist nun -4,3 Punkte auf. Damit wurden die Gewinne aus den vorangegangenen
drei Monaten nahezu vollständig relativiert.
Neben der generellen Sorge um die Kaufkraft der Haushaltseinkommen dürften
vor allem die hohen Energiepreise eine wesentliche Ursache für den derzeitigen
Pessimismus hinsichtlich der weiteren finanziellen Lage der Haushalte
sein.
Zudem überlagern momentan die Diskussionen um steigende Preise die positiven
Wirkungen der Tarifverhandlungen in den ersten Monaten dieses Jahres.
Auch die gute Beschäftigungsentwicklung mit den daraus resultierenden
positiven Effekten für die Einkommensentwicklung wird derzeit vom Thema
Inflation in den Schatten gestellt.
Anschaffungsneigung: Inflation ist beherrschendes Thema
Im Sog sinkender Einkommens- und Konjunkturaussichten musste auch die
Anschaffungsneigung im Mai deutliche Einbußen hinnehmen. Der Indikator
verlor 15,7 Zähler und weist nun -20,4 Punkte auf.
Die gesunkene Konsumneigung dürfte in erster Linie eine Folge der verstärkten
Inflationsängste sein. Wenn aufgrund gestiegener Energie- und Lebensmittelpreise
sowie der Furcht vor weiteren Preiserhöhungen mehr finanzielle
Mittel gebunden werden, stehen sie für andere Anschaffungen nicht zur Verfügung.
Konsumklima: Preisentwicklung hemmt weitere Erholung
Die im Mai pessimistischere Entwicklung der Verbraucherstimmung hat dem
Konsumklima einen deutlichen Dämpfer versetzt. Der Gesamtindikator prognostiziert
für Juni einen Wert von 4,9 Punkten nach revidiert 5,6 für Mai dieses
Jahres.
Steigender Inflationsdruck sowie die Furcht vor weiteren Preiserhöhungen
verhindern derzeit eine weitere Erholung des Konsumklimas. Deshalb wird es
in erster Linie von der weiteren Entwicklung der Lebenshaltungskosten abhängen,
ob sich die günstigen Rahmenbedingungen, wie der florierende Arbeitsmarkt,
wieder durchsetzen und die Konsumlust beflügeln. Nur wenn die
Haushalte davon ausgehen können, dass ihr Einkommen auch real in diesem
Jahr steigen wird und zudem die Inflationsängste weichen, werden sie auch
wieder verstärkt ihren Geldbeutel öffnen. Wenn diese Voraussetzung erfüllt
ist, wird auch der Konsum seine ihm zugedachte Rolle als Konjunkturstütze
erfüllen können.
Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der einzelnen Indikatoren im
Überblick:
|
|
Mai 2008 |
April 2008 |
Mai 2007 |
|
Konjunkturerwartung |
13,4 |
23,3 |
69,5 |
|
Einkommenserwartung |
-4,3 |
10,5 |
33,6 |
|
Anschaffungsneigung |
-20,4 |
-4,7 |
-4,1 |
|
Konsumklima |
5,6 |
4,7 |
5,7 |
Zur Studie
Die Ergebnisse sind ein Auszug aus der Studie "GfK-Konsumklima MAXX" und
basieren auf monatlich rund 2.000 Verbraucherinterviews, die im Auftrag der
EU-Kommission durchgeführt werden. In diesem Report werden die Indikatoren
grafisch aufbereitet, prognostiziert und ausführlich kommentiert. Darüber
hinaus finden sich darin auch Informationen über die Ausgabevorhaben
der Verbraucher für 20 Bereiche der Gebrauchsgüter-, Verbrauchsgüter- und
Dienstleistungsmärkte. Die GfK-Konsumklimastudie wird seit 1980 erhoben.
Der nächste Veröffentlichungstermin ist der 24. Juni 2008.
Weitere Informationen: Rolf Bürkl, GfK Marktforschung,
Tel. +49 (0) 911 395-3056, rolf.buerkl@gfk.com
Die folgende Tabelle zeigt die einzelnen Indikatoren im Überblick:
Konjunkturerwartung
Diesem Indikator liegt folgende Frage an die Verbraucher zugrunde:
"Was glauben Sie, wie wird sich die allgemeine wirtschaftliche Lage in
den kommenden zwölf Monaten entwickeln?" (verbessern " gleich
bleiben " verschlechtern)
Einkommenserwartung
Diesem Indikator liegt folgende Frage an die Verbraucher zugrunde:
"Wie wird sich Ihrer Ansicht nach die finanzielle Lage Ihres Haushalts in
den kommenden zwölf Monaten entwickeln?" (verbessern " gleich
bleiben " verschlechtern)
Konsum- undAnschaffungsneigung
Diesem Indikator liegt folgende Frage an die Verbraucher zugrunde:
"Glauben Sie, dass es zurzeit ratsam ist, größere Anschaffungen zu
tätigen?" (Der Augenblick ist günstig " weder günstig noch ungünstig "
ungünstig)
Konsumklima Dieser Indikator soll die Entwicklung des privaten Verbrauchs erklären.
Seine wesentlichen Einflussfaktoren sind die Einkommenserwartung,
die Anschaffungs- und die Sparneigung. Die Konjunkturerwartung wirkt
eher indirekt über die Einkommenserwartung auf das Konsumklima.
Zur GfK Gruppe
Die GfK Gruppe, weltweit die Nummer 4 der Marktforschungsunternehmen,
ist in den drei Sektoren Custom Research, Retail and Technology und Media
aktiv. Insgesamt gehören der GfK Gruppe 115 operative Unternehmen an, die
über 100 Länder abdecken. Von den 9.070 Beschäftigten (Stand 31. Dezember
2007) arbeiten 81,1 Prozent außerhalb Deutschlands. Weitere Informationen
erhalten Sie unter www.gfk.com.
V.i.S.d.P.
GfK AG, Corporate Communications
Marion Eisenblätter
Nordwestring 101
90319 Nürnberg
Tel. +49 (0) 911 395-2645
Fax +49 (0) 911 395-4041
Rolf Bürkl
GfK Marktforschung
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Fax +49 (0) 911 395-4084
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Vorstand:
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Klaus L. Wübbenhorst
(Vorsitzender)
Christian Weller von Ahlefeld
(CFO)
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Dr. Gérard Hermet
Wilhelm R. Wessels
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