Frische Möbelzahlen aus Handel
und Industrie
MÖBELBRANCHE KÖNNTE IN DER KRISE
GEWINNEN
"Die deutsche Möbelindustrie sieht trotz der Finanzkrise und ihren aktuellen Auswirkungen auf die Wirtschaft die Chance, in schwierigen Zeiten den Stellenwert von Wohnen und Einrichten zu erhöhen. Immer dann, wenn die Menschen größere Unsicherheit verspüren, bekommt das eigene Zuhause und die damit verbundene Geborgenheit und Sicherheit in den eigenen vier Wänden einen höheren Stellenwert", betont Dirk-Uwe Klaas, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der deutschen Möbelindustrie (VDM).
Der Trend zum "Homing" kann der Branche in diesem Jahr trotz Krise zusätzliche Umsätze bescheren. Immerhin setzten die 500 Unternehmen der deutschen Möbel-industrie mit 50 oder mehr Beschäftigten in den ersten neun Monaten 2008 Möbel im Wert von insgesamt 11,8 Mrd. " ab und damit 3,4 Prozent mehr als im Vorjahr " so der VDM. Das abgelaufene Jahr insgesamt wird voraussichtlich mit einem Plus von 2 bis 2,5 Prozent abschließen. Die Geschäfte im Inland behaupteten sich mit einem nominalen Plus von 0,5 Prozent (= 6,0 Mrd. Euro) " ähnlich wie in den Vorjahren " auf stabilem Niveau.
Der Möbelexport flaute etwas ab, von Januar bis September 2008 kletterten die Exporte aber noch um 7,2 Prozent auf einen Wert von 5,8 Mrd. Euro. Nachdem die Niederlande jahrelang die Liste der wichtigsten Exportmärkte angeführt haben, sind sie jetzt auf Platz zwei hinter Frankreich gerückt. Im September 2008 lagen die Möbelexporte des Jahres über den Möbelimporten. "Damit ist nach Jahrzehnten erstmals kein Außenhandelsdefizit mehr zu verzeichnen", betont Dirk-Uwe Klaas.
Auch die deutsche Küchenmöbelindustrie weist in den ersten 9 Monaten 2008 ein Um-satzplus von 6 Prozent aus. Die größten Zuwächse liegen im Ausland, die Exportquote erreicht inzwischen 36 Prozent.
Der Umsatz im Handel mit Möbel und Küchen in Deutschland liegt unverändert bei knapp 30 Mrd. Euro. Davon entfällt die Hälfte auf nur 20 Unternehmen: Unter den schwierigen Konjunkturbedingungen hat sich die Konzentration weiter zugespitzt. Die Top Twenty im Handel wird angeführt vom Branchenleader Ikea mit 3,3 Mrd. Euro Umsatz, es folgen die Lutz-Gruppe (u.a. XXXLutz, Mann, Neubert, Hiendl), Höffner, Karstadt/Quelle, Segmüller und Porta.
Der Möbelhandel investiert weiter in Neu- und Umbauten, inzwischen verfügen 100 Möbelhäuser in Deutschland über mehr als 30.000 qm Verkaufsfläche. Die Gesamt-fläche der Top 30 lag 1997 bei 1,14 Millionen Quadratmeter, inzwischen ist die Zahl auf 1,42 Mio. gewachsen, was einem Zuwachs von 25% entspricht.
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